Die Haut als Schutzfaktor - Veränderungen im Alter
28. May 2009Unsere Haut ändert sich laufend von der Kindheit bis zum Alter als Ergebnis des körpereigenen Stoffwechsels und der Umwelteinflüsse. Wenn wir älter werden werden wir mit spezifischen, ungeplanten strukturellen und funktionalen Veränderungen im Alter konfrontiert, die die Epidermis (also die äußerste sichtbare Hautschicht) wie auch die darunter liegenden Hautschichten und das Fettgewebe darunter verändern.
Das biologische Altern ist ein natürlicher Prozess der durch hormonelle Veränderungen und genetische Faktoren beeinflusst wird. Insgesamt nehmen die natürlichen Funktionen und der Stoffwechsel innerhalb der Haut ab, was mit einer Verringerung der Nährstoffe, einer Abnahme von Sauerstoffgehalt und Zell-Vitalität verbunden ist. Die Hautzellen sind daher nicht mehr in der Lage sich selbst zu regenerieren und verlieren die natürlichen Fette, was den natürlichen Schutzfilm der Haut schwächer werden lässt. Letztlich entwickelt sich daraus eine komplexe Erscheinung aus trockene Haut, Falten, Verlust der Elastizität und empfindliche Haut.
Die sichtbare Alterung der Haut beginnt bereits im Alter von 25 Jahren, der normale regenerative Prozess verlangsamt sich bereits dann. Damit einhergehend ist auch eine Verringerung der Wundheilung.
Aber die Veränderungen im Alter gehen weiter. Im Alter von 45 Jahren beginnt eine Verdünnerung der Haut, was die Haut noch empfindlicher gegen Schäden durch äußerliche Einflusse und Allergene macht.
Mit zunehmendem Alter verlieren die wesentlichen Proteine Kollagen und Elastin der Haut, die Elastizität, Aussehen und Straffheit regeln, zunehmend ihre chemische Struktur. Auch die Feuchtigkeits-Komponenten (Proteoglykane) nehmen mit zunehmendem Alter ab und führen zu einer trockenen losen Haut. Auch die fettproduzierenden Hautdrüsen nehmen ihre Funktion ab, was die Trockenheit der Haut weiter verstärkt.
Wird nun die zunehmend empfindlicher und trockener Haut auch aggressiven Seifen und Pflegemitteln ausgesetzt, kann sie leicht dadurch beschädigt werden.
Aber auch der Mensch ist an dieser Entwicklung nicht unbeteiligt. Viele Alterszeichen der Haut, wie Trockenheit, Flecken, Pigmentstörungen und Falten können auch selbst verursacht werden. Auslöser können beispielsweise
- radikale Diäten,
- anhaltender Stress,
- übermäßige Sonnenstrahlung,
- Umweltschäden und
- schlechte Hautpflegeprodukte
sein.
Besonders gefährlich ist die übermäßige Sonnenbestrahlung. Mit zunehmendem Alter nimmt die Zahl der Melanozyten (Zellen mit Pigmentfarbe) ab. Damit verliert die Haut auch ihren natürlichen Sonnenschutz. Wird in dieser Zeit eine intensive Sonnenstrahlung aufgenommen, schädigt dies die Haut wesentlich stärker als in jungen Jahren. Die verringerte Wundregeneration verstärkt diesen Effekt, so dass die Schäden kaum abheilen.
In dieser Situation ist es wichtig, dass besonders im Hinblick auf die Veränderungen im Alter auf die richtige Pflege und den Erhalt des natürlichen Schutzes der Haut geachtet wird. Der wesentliche Faktor ist zum einen das Vermeiden von schädlichen Einflüssen, zum anderem auf eine richtige Fettung der Haut zu achten. Wird hierauf nicht geachtet, so sind häufig Ekzeme die Folge.
Vor allem dann, wenn es durch ernsthafte Krankheiten zu einer längeren Bettlägerigkeit kommt, besitzt die Hautpflege einen ganz wesentlichen Faktor in der Erhaltung der Gesundheit. Denn durch falsche Bequemlichkeit kann bei nicht ausreichender Pflege der Haut schnell ein Dekubitus entstehen, der durch die schlechte Regenerationsfähigkeit der Haut sich zu einer langwierigen und chronischen Wunde entwickeln kann.